Warum entfernte Heizkörper kalt bleiben: Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage
Wenn Räume in Kesselnähe überhitzen, während weiter entfernte kaum warm werden, liegt das Problem nicht an der Kesselleistung, sondern am fehlenden hydraulischen Abgleich. Wir erklären, wie man das mit Regulierventilen behebt.

Der Wärmeträger nimmt den Weg des geringsten Widerstands. Ohne hydraulischen Abgleich «kurzschließt» er durch die kesselnahen Kreise, während weiter entfernte Kreise zu wenig Durchfluss erhalten. Das Ergebnis: manche Räume überhitzen, andere bleiben kalt — bei einem einwandfrei funktionierenden Kessel.
Was hydraulischer Abgleich bedeutet
Beim hydraulischen Abgleich wird der Widerstand jedes Kreises so eingestellt, dass der Volumenstrom der berechneten Wärmeleistung des jeweiligen Raums entspricht. Das Werkzeug dafür ist ein statisches Regulierventil mit definiertem Durchflusskoeffizienten Kvs.
Vorgehensweise
Jedes Regulierventil hat eine Voreinstellskala. Anhand der Planungsvolumenströme und der Kvs-Tabelle wird die Umdrehungszahl an jedem Kreis eingestellt: Weiter entfernte Kreise werden weiter geöffnet, näher gelegene werden gedrosselt. Damit wird das «hydraulische Ungleichgewicht» ein für alle Mal beseitigt.
Fußbodenheizungsverteiler
Bei Fußbodenheizungsverteilern empfehlen sich Modelle mit integrierten Durchflussmessern — die Einstellung erfolgt visuell anhand des Schwimmers. Für Heizkörperanlagen genügen statische Ventile mit Skala.
Die Rolle der Pumpengruppe
In Termojet-Pumpengruppen ist ein Regulierventil bereits integriert — der Kreis wird ohne zusätzliche Armaturen auf den Planungsvolumenstrom eingestellt.
Ein fachgerechter hydraulischer Abgleich senkt auch die Energiekosten: Der Kessel arbeitet nicht mehr «im Leerlauf», nur um die nächstgelegenen Räume zu überhitzen.



